„Book of Mormon“ bleibt seiner Form treu – und das ist auch gut so

„Das Buch Mormon“ ist nach Chicago zurückgekehrt. | Julieta Cervantes

Wie politisch inkorrekt/potenziell anstößig ist das Buch Mormon? Beantworten wir das mit einer anderen Frage. Erinnern Sie sich an die Werbekampagne von 2012, in der Gwyneth Paltrow und Sarah Jessica Parker sich Streifen ins Gesicht schmierten und I Am Africa verkündeten? Das Buch Mormon lässt diese Kampagne wie den Höhepunkt aller Wachheit erscheinen.

„Das Buch Mormon“



★★★★

Wann: Bis zum 2. Dez.

Wo: Orientalisches Theater, 24 W. Randolph

Tickets: $40 – $150

Die Info: Broadwayinchicago.com

Es braucht die Hybris der Kathedrale, um zu glauben, dass Sie in eine andere Kultur treten und ihre Menschen retten sollten, indem Sie sie davon überzeugen, dass Jesus ihnen ihren eigenen Planeten geben wird, nachdem sie tot sind, und dass Gott übrigens 1978 seine Meinung über Schwarze geändert hat geht die Missionierung in Trey Parker, Robert Lopez und Matt Stones The Book of Mormon. Die Regisseure Parker und Casey Nicholaw haben die schlüpfrige, profane Potenz des neunmaligen Tony-Gewinners nicht getrübt. In der Geschichte von Mormonenmissionaren, die in Uganda versuchen, Seelen zu retten, ist nichts heilig und fast alles lustig. Seien Sie gewarnt: Wenn Sie beispielsweise bei Witzen über Mann-auf-Frosch-Sex blass sind, bleiben Sie zu Hause.

Sieben Jahre nach seinem Debüt behält das Buch Mormon seinen ursprünglichen Glanz. Die Besetzung ist so groß wie am Broadway. Scott Pasks aufwendiges Set bewegt sich wie eine gut geölte Maschine von Mission Control in Salt Lake City in ein Dorf in Uganda (bitte beachten Sie, dass die Hütte in Uganda die Architektur der massiven Mormonentempelarchitektur nachahmt, die das Set umrahmt). Die Bewohner der Hölle in Spooky Hell Dream werden alle erklärt: Dschingis Khan. Hitler. Menschen, die Kaffee trinken.

Ann Roths Kostüme enthalten immer noch viele Zazzle (besonders wenn die Sünde im Vordergrund steht) und mehr als ein paar lächerlich passende Anspielungen auf den König der Löwen. Die Partitur unter dem Orchester von Musikdirektor Andrew Graham klingt üppig und voll.

Aber das Herz (und es gibt eines) des Buches Mormon bleibt in der Darstellung seiner Geschichte, insbesondere in dem gutaussehenden jungen Supermormonen-Ältesten Kevin Price (Kevin Clay) und seinem unbeholfenen, unbeholfenen, bedürftigen/nerdigen Missionspartner, Elder Arnold Cunningham (Conner Peirson). Elder Price ist die mormonische Version von Homecoming King. Elder Cunningham ist der Typ, der nicht einmal zum stellvertretenden Schatzmeister der Junior-Uni A.V. gewählt werden konnte. Verein.

Die Handlung folgt ihren Schicksalsschlägen, wobei Elder Price schließlich seinen Moment hat, zu Jesus zu kommen, in dem Christus ihn etwas nennt, das wir hier mit gutem Gewissen nicht vollständig zitieren können. Clay ist ideal als Elder Price, die Füße fest aufgesetzt, die Hände entschlossen zu Fäusten geballt, das Kinn trotzig erhoben, und verkauft die Bejeezez aus I Believe. Die Hymne ist mitreißend, weil Clay ihr eine so unbestreitbare Aufrichtigkeit verleiht. Elder Cunningham hingegen wird dank seiner Gabe zum Lügen zum Helden, meine ich, indem er seine Vorstellungskraft einsetzt.

Das Buch Mormon befasst sich speziell mit dem Buch Mormon, aber es ist ziemlich klar, dass das Musical weit mehr als nur den Glauben der Mormonen kommentiert. Elder Cunningham fasst es mit dreister Prägnanz zusammen: Christen haben zwei Bücher. Juden haben einen. Mormonen bekommen drei. Die Bibel sei wie die ursprüngliche Star Wars-Trilogie, erklärt er: Das Buch Mormon ist die Rückkehr der Jedi.

Peirsons Elder Cunningham ist wunderbar, egal ob er über den Todesstern der Lamaniten spricht oder Nabulungi (eine klangstarke Kayla Pecchioni) mit Kulleraugen anstarrt, die junge Frau, die seine erste Taufe wird. Jeder, der jemals als Letzter für Kickball ausgewählt wurde (oder wirklich etwas anderes), wird sich mit Elder Cunningham identifizieren.

Sicherlich ist das Buch Mormon kein Buch für alle Menschen. Aber seine Geilheit ist nie gegenstandslos. Es ist grob und krass und wimmelt von Stereotypen, vom blonden, blauäugigen Jesus bis zum Warlord, der mit reflektierenden Sonnenbrillen und einem Maschinengewehr ausgestattet ist. Und schau. Sollten Sie sich beim Lachen ein bisschen schuldig fühlen? Sie können nach der Show immer Buße tun.

Catey Sullivan ist eine lokale freiberufliche Autorin.

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