„Dark Crimes“: Ausbeutung, Manipulation und Jim Carrey in seiner düstersten Form

Jim Carrey in 'Dunkle Verbrechen'. | SABAN-FILME

Seit etwa 20 Jahren hat Jim Carrey eine Bandbreite bewiesen, die weit über die komödiantischen Slapstick-Rollen hinausgeht, die ihn zuerst reich und berühmt gemacht haben.

Denken Sie an The Truman Show (1998), The Majestic (2001), Eternal Sunshine of the Spotless Mind (2004) und The Number 23 (2007).



Selten hat Carrey jedoch etwas so mürrisch und düster und trostlos in Angriff genommen wie Dark Crimes.

Dies ist ein gut gemachter, gut gespielter und manchmal faszinierender, aber auch kalt zynischer und manipulativer Krimi.

Dieser Film enthält auch eine Reihe von Schockszenen, in denen Frauen brutal behandelt, gedemütigt und erniedrigt werden. In manchen Fällen fühlt es sich an, als seien die Darstellungen von Ausbeutung an sich ausbeuterisch und grundlos.

Fast nicht wiederzuerkennen unter einem buschigen Bart und seine Zeilen in stark akzentuiertem Englisch liefert Carrey eine starke und eindringliche Arbeit als Tadek, ein zutiefst beunruhigter alter polnischer Detektiv, der im OCD-Spektrum zu sein scheint.

Tadek war einst ein Kandidat für das Amt des Polizeichefs, wurde aber auf den Dienst am Schreibtisch verwiesen, nachdem er eine hochkarätige Untersuchung verpatzt hatte.

Trotzdem hat Tadek einen blitzsauberen Ruf und er hat immer noch Freunde bei der Polizei. Da Tadek noch ein Jahr im Amt ist, bevor er in Rente gehen kann, wurde ihm gesagt, er solle sich zurückhalten und keine Wellen schlagen – aber er kann einen ungelösten Fall nicht loslassen, in dem es um den Mord an einem bekannten Mann namens Daniel geht, der war Stammgast in einem SM-Club namens The Cage.

(Die Eröffnungsszenen von Dark Crimes zeigen anschauliche Szenen der Ausschweifung im The Cage. Das ist beunruhigend genug – aber später, als eine Figur Videobänder aus den jetzt geschlossenen Sexclubs entdeckt, erfahren wir von noch mehr verkommenen und widerlichen Handlungen bestimmter Gönner.)

Tadek ist überzeugt, dass Daniels Mörder der berühmte Autor Kozlow (Marton Csokas, effektiv abstoßend) ist, dessen neuestes Werk eine Mordbeschreibung enthält, die genau wie der Mord an Daniel klingt – und Details enthält, die nur der Polizei bekannt sind.

Der Roman wurde nie veröffentlicht, aber Tadek spürt eine Audioversion des Buches auf, die den brillanten und arroganten Kozlow zu belasten scheint, der Tadek buchstäblich ins Gesicht lacht, wenn er zum Verhör gebracht wird.

Kozlow funktioniert das System, bezaubert die Medien und lügt über die Misshandlung durch Tadek während der Haft. Überzeugt davon, dass Kozlow mit einem Mord davonkommen wird, gerät Tadek aus den Fugen, riskiert seine Ehe und begeht eine Reihe von Verbrechen, um Kozlows Schuld zu beweisen.

Charlotte Gainsbourg (eine wundervolle Schauspielerin) spielt eine undankbare Rolle als Kozlows Freundin Kasia – eine alleinerziehende Mutter und genesende Süchtige, die von Männern, die zu zahlreich sind, um sie zu zählen, körperlich und emotional missbraucht wurde. (Der Handlungsbogen zwischen Tadek und Kasia dehnt die Leichtgläubigkeit aus und führt zu einigen der abstoßenderen Szenen in einem Film, der nie so involvierend ist, wie er sein sollte.)

Regisseur Alexandros Avranas filmt Dark Crimes in krassen, höllischen Tönen, die die alptraumhafte Welt dieser Geschichte genau widerspiegeln. Das Drehbuch von Jeremy Brock (The Last King of Scotland) basiert lose auf einer New Yorker-Geschichte von David Grann aus dem Jahr 2008 über einen tatsächlichen Fall, in dem ein polnischer Detektiv belastende Beweise in einem wahren Kriminalroman aufdeckte.

Quellenmaterial mit großem dramatischen Potenzial. Talentierter Regisseur und Drehbuchautor. Faszinierende Besetzung.

Das ist ein vielversprechendes Menü – aber das Endprodukt hinterlässt einen sauren Geschmack.

★★

Saban Films präsentiert einen Film von Alexandros Avranas, der von Jeremy Brock geschrieben wurde. Mit R bewertet (für starke und verstörende gewalttätige/sexuelle Inhalte, einschließlich Vergewaltigung, grafische Nacktheit und Sprache). Laufzeit: 92 Minuten. Öffnet Freitag bei AMC Woodridge und auf Anfrage.